Mistelbekämpfung
Mistelbefall an Laubbäumen – Verbreitung und Maßnahmen zur Eindämmung
Der Schutz und Erhalt unserer Streuobstwiesen besitzt eine hohe Bedeutung. Streuobstbestände zählen zu den artenreichsten Lebensräumen unserer Kulturlandschaft und bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen wertvollen Lebensraum.
In den vergangenen Jahren hat sich die Mistel (Viscum album) insbesondere in Streuobstbeständen sowie an verschiedenen Laubbäumen im Landkreis Gießen verstärkt ausgebreitet. Begünstigt wird diese Entwicklung unter anderem durch klimatische Veränderungen, Trockenstress sowie eine oftmals fehlende regelmäßige Baumpflege.
Misteln sind sogenannte Halbschmarotzer. Sie betreiben zwar selbst Photosynthese, entziehen ihren Wirtsbäumen jedoch Wasser und Nährstoffe. Insbesondere bereits geschwächte Bäume können dadurch zusätzlich belastet werden. Starker Mistelbefall kann zu Wachstumsverlusten, verminderter Vitalität, Astbruch und langfristig zum Absterben des Baumes führen.
Besonders häufig betroffen sind Apfel- und Birnbäume sowie Ebereschen, Pappeln, Birken, Weißdorn und Weiden. Bei starkem Befall können die immergrünen Misteln im Winter große Teile der Baumkrone bedecken.
Die weißen Beeren der Mistel dienen verschiedenen Vogelarten als Nahrungsquelle. Über die Vögel werden die Samen auf weitere Bäume übertragen und tragen zur Ausbreitung der Pflanze bei.
Entfernung von Misteln
Die Mistel steht nicht unter Naturschutz und kann grundsätzlich entfernt werden.
Aus Gründen des Artenschutzes empfiehlt sich die Entfernung jedoch vorzugsweise in der laubfreien Zeit von Oktober bis Ende Februar. Dadurch werden mögliche Störungen brütender Vögel vermieden.
Die wirksamste Bekämpfung besteht darin, den befallenen Ast mit ausreichendem Abstand zur Mistel ins gesunde Holz zurückzuschneiden. Auf diese Weise werden auch die im Holz befindlichen Saugwurzeln entfernt und ein erneuter Austrieb verhindert.
Ist ein Rückschnitt aufgrund der Lage des Befalls oder aus Gründen der Verkehrssicherheit beziehungsweise Baumerhaltung nicht möglich, können Misteln direkt an der Ansatzstelle entfernt werden. Da hierbei die im Holz verbleibenden Wurzeln erneut austreiben können, sind regelmäßige Nachkontrollen und Wiederholungen der Maßnahme erforderlich.
Vorbeugung
Eine regelmäßige Pflege und fachgerechte Kronenentwicklung tragen wesentlich dazu bei, Mistelbefall frühzeitig zu erkennen und einzudämmen. Insbesondere in Streuobstbeständen sollte auf eine kontinuierliche Kontrolle der Bäume geachtet werden.
Weitere Informationen zur Problematik und Bekämpfung der Mistel in Obstbaum-beständen gibt es unter anderem auf folgenden Seiten:
Naturschutzbund Deutschland (NABU) e.V.:
www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/hintergrundpapier_misteln_in_streuobstbest__nden.pdf
